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Keine Chance gegen den Liga-Primus: Gegen den Tabellenführer aus Bonn hatte der HVE am Wochenende keine Chance und musste sich bereits in der ersten Halbzeit geschlagen geben. Viel hatte sich die 1. Herrenmannschaft nicht ausgerechnet. Schließlich zieht Bonn in dieser Saison bislang verlustpunktfrei einsam seine Kreise an der Tabellenspitze der Kreisoberliga. Dennoch hatte sich der HVE im Pokalspiel im Februar ordentlich angestellt und sich nicht abschießen lassen. Auch im vergangenen Jahr überraschte man gegen den damaligen Tabellenführer aus Sieg auswärts mit einem Sieg. Das Ziel war also, es Bonn zumindest schwer zu machen und zu schauen, wie lange man mithalten und vielleicht doch an einer Sensation schnuppern könnte. Dem gegenüber standen jedoch die ersten 4:01 Spielminuten: Diese benötigte Bonn, um mit einem 4:0 direkt davonzuziehen. Der HVE war noch gar nicht in der Partie angekommen und ließ sich überrumpeln, während die Gastgeber nach technischen Fehlern zu einfachen Toren kamen. Als diese Fehler im Anschluss für einige Minuten abgestellt wurden, konnte sich der HVE noch einmal in die Partie kämpfen: Bis zur 9. Minute gelang ein 4:1-Lauf, womit der schlechte Start nahezu ausgeglichen war. In diesem kurzen Aufflackern zeigte sich, dass man defensiv durchaus gute Mittel hatte, wenn man in die geordnete Abwehr kam und nicht in erster oder zweiter Welle überlaufen wurde. Wenig später bot sich vom Siebenmeterpunkt die Chance auf den Ausgleich – doch stattdessen folgte ein kompletter Einbruch: Nach der vergebenen Gelegenheit dauerte es acht Minuten bis zum fünften und weitere neun Minuten bis zum sechsten eigenen Treffer. Insgesamt also 17 Minuten nahezu ohne eigene Offensive, während die Bonner dem HVE nach jedem Ballverlust und Fehlwurf gnadenlos davonliefen und bis zur Pause kein bisschen vom Gas gingen. Fraglich bleibt, wann die Partie endgültig entschieden war – beim 12:5 (20. Minute), beim 17:5 (27. Minute) oder spätestens beim Pausenstand von 21:7. In der Halbzeitpause musste sich der HVE jedenfalls nicht mehr mit möglichen Sensationen beschäftigen, sondern damit, sich nicht vollkommen zu blamieren. Das größte Problem lag eindeutig in der Offensive, wo man sich vergeblich mühte, aber kaum zu klaren Chancen kam. Die vielen Gegentore resultierten hauptsächlich aus Ballverlusten und mangelndem Rückzugsverhalten, das immer wieder konsequent bestraft wurde. Stand der HVE hingegen einmal geordnet in der Abwehr, taten sich auch die Bonner schwer. Entsprechend lag der Fokus in der Pause auf dem Angriff – mit dem Ziel, sich nicht kampflos abschießen zu lassen. Angesichts des Spielstands hatte Coach Micha bereits in der ersten Halbzeit nahezu allen Spielern Einsatzzeiten gegeben. Auch im zweiten Durchgang kamen alle Akteure in unterschiedlichen Konstellationen zum Einsatz, um Mittel gegen den TSV zu finden. Das gelang zumindest teilweise: Zwar war die Partie längst entschieden, doch beide Mannschaften ließen nicht locker. Der HVE konnte offensiv mehr Druck entwickeln und erzielte in der zweiten Halbzeit doppelt so viele Treffer wie im ersten Durchgang. Dadurch ergaben sich auch weniger Gegenstoßmöglichkeiten für die Bonner, sodass der HVE die zweite Hälfte immerhin nahezu ausgeglichen gestalten konnte (15:14). Darauf muss der HVE nun aufbauen, um in den kommenden Partien endlich wieder punkten zu können.
Mit einer zähen Leistung konnte die 1. Herrenmannschaft des HVE nichts gegen den Tabellenzweiten aus Niederpleis ausrichten. Insbesondere offensiv gelang viel zu wenig, um die Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Diese spielten ihren Stiefel wie gewohnt sicher herunter und nahmen am Ende verdient zwei Punkte mit nach Hause. In der letzten Saison hatte der HVE bereits gegen die Zweitvertretung aus Niederpleis keine Punkte erzielen können. Auch vor der Partie waren die Rollen klar verteilt: Niederpleis auf Platz zwei, der HVE auf Platz acht. In der Hinrunde hatte der HVE zwar lange mithalten können, kassierte aber Mitte der zweiten Halbzeit einen entscheidenden Lauf gegen sich. Der HVE begann gut und konnte die ersten Minuten ausgeglichen gestalten. Nach dem 5:5 erarbeiteten sich die Niederpleiser jedoch erstmals eine kleine Führung, da der HVE mehrere freie Wurfchancen ungenutzt ließ – leider ein Vorbote für den Rest der Partie. Obwohl die Begegnung spielerisch ausgeglichen wirkte, agierte der TuS deutlich cleverer und war bei den Wurfgelegenheiten effizienter. So befand sich der HVE beim 6:11 bereits klar im Hintertreffen (17. Minute). Es folgten einige Umstellungen, nach denen der HVE wieder besser ins Spiel kam. Mit mehr Bewegung und Klarheit in den Kreuzbewegungen entstanden Lücken für den Rückraum, die genutzt wurden, um den Rückstand zu verkürzen. In dieser Phase arbeitete sich der HVE wieder heran, auch weil die Defensive insgesamt gut stand. So konnte der HVE zur Pause auf 11:14 verkürzen und hatte zur Halbzeit noch alle Chancen auf ein Comeback. Nach der Pause zogen die Gäste dem HVE jedoch zunächst den Stecker. Innerhalb von sieben Minuten war der Vorsprung wieder auf sechs Tore angewachsen (13:19). Niederpleis ließ sich in seinem Spiel überhaupt nicht beirren und nutzte jede Schwächephase gnadenlos aus. Der HVE dagegen verfiel zu schnell in alte Muster, wenn es nicht lief, und konnte die Bewegung im Rückraum nicht aufrechterhalten. Auf diesen konzentrierten sich die Gegner mit fortlaufender Spielzeit immer stärker, da von außen zu wenig Torgefahr ausging. Lediglich eine couragierte Torwartleistung in der zweiten Halbzeit sorgte dafür, dass die Gastgeber nicht komplett abreißen lassen mussten. Dennoch war die Partie Mitte der zweiten Hälfte praktisch entschieden, nachdem die Gäste auf acht Tore Vorsprung erhöht hatten (16:24). Anschließend probierte der HVE alles und setzte früh auf eine offene Manndeckung, mit der noch einige Tore aufgeholt werden konnten. In der 57. Minute betrug der Abstand nur noch vier Tore und eine Chance lag in der Luft. Anschließend brachte Niederpleis das Spiel jedoch sicher über die Zeit. So endete die Partie mit einem verdienten Sieger (23:28). Defensiv hatte sich der HVE über weite Strecken gut präsentiert, abgesehen von wenigen Phasen. Offensiv war die Wurfquote jedoch erneut zu schwach. Zudem verfiel der Rückraum wieder zu schnell in Einzelaktionen, und auch das Tempo wurde nicht konsequent genug genutzt. Hieran wird die Mannschaft arbeiten müssen, wenn sie Teams aus der oberen Tabellenhälfte gefährlich werden möchte.
Zwei wichtige Erfolgserlebnisse konnte die 1. Herrenmannschaft am Wochenende feiern: Durch die Verlegung des letzten Hinrundenspiels stand der HVE innerhalb von 48 Stunden zweimal auf der Platte. Beide Partien waren enorm bedeutsam, da es gegen die beiden Teams vom Tabellenende ging, von denen sich der HVE entweder entscheidend absetzen oder in den Abstiegskampf hätte ziehen lassen können. Doch der HVE konnte sich in beiden Partien nach wackeligen Phasen die Punkte sichern, sich damit Luft verschaffen und wieder Anschluss an das Tabellenmittelfeld finden. Kaller SC – HV Erftstadt 22:35 (9:12) Zu ungewohnter Zeit am Freitagabend ging es zunächst gegen das Tabellenschlusslicht nach Kall. Dem HVE war die äußerst bescheidene Leistung inklusive Niederlage in Kall in der vergangenen Saison noch lebhaft vor Augen. Trotz des Tabellenplatzes war der HVE also vorgewarnt, dass es in Kall kein Selbstläufer werden würde. Der HVE brauchte ein paar Minuten, um in die Partie zu kommen, übernahm dann aber schnell die Führung und baute diese Mitte der ersten Halbzeit erstmals auf vier Tore aus (4:8/21. Minute). Offensiv war die Partie kein Spektakel, auf beiden Seiten fehlte es an Durchschlagskraft, der HVE ließ zudem noch einige Chancen liegen. Der Vorsprung blieb konstant, absetzen konnten sich die Gäste bis zur Halbzeit jedoch nicht mehr. Beim Stand von 9:12 wurden die Seiten gewechselt. Auch nach dem Seitenwechsel brauchte der HVE ein paar Minuten, um wach zu werden. Kall verkürzte noch einmal auf 12:14, danach gelang es dem HVE aber schnell, für klare Verhältnisse zu sorgen. In der 39. Minute stellte der HVE beim Stand von 14:19 die erste Fünf-Tore-Führung her, verwaltete diese anschließend einige Minuten und zog dann endgültig davon. Alle Spieler erhielten nun Einsatzzeiten und konnten sich in die Torschützenliste eintragen, der Vorsprung wuchs immer weiter. So siegte der HVE letztlich dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte klar mit 22:35. Die erste Aufgabe des Wochenendes war damit erfolgreich absolviert. HV Erftstadt – HSG Siebengebirge 3 36:31 (18:19) Zwei Tage später erwartete den HVE nun zu Hause die HSG Siebengebirge. Auch die HSG hatte die Chance, dem HVE mit einem Sieg in der Tabelle auf die Pelle zu rücken – dies wollte die 1. Herrenmannschaft mit einem Erfolg unbedingt verhindern. Dank des breiten Kaders und der Wechsel am Freitag waren alle Spieler fit und ausgeruht, der Doppelspieltag sollte also keine Belastung darstellen. Der HVE tat sich wie schon am Freitag gegen Kall in der ersten Halbzeit schwer. Allerdings entwickelte sich dieses Mal eher ein offensives Spiel, in dem beide Abwehrreihen zunächst wenig zu melden hatten. Auf beiden Seiten fielen Tore in Serie, der HVE musste dabei jedoch erst einmal hinterherlaufen und lag praktisch die gesamte erste Hälfte in Rückstand. Beim Stand von 11:15 in der 22. Minute schien sich Siebengebirge absetzen zu können, der HVE konterte jedoch und konnte noch vor der Pause auf 18:19 verkürzen. Diesen Schwung nahmen die Gastgeber auch mit in die zweite Hälfte: Sofort wurde die Führung erobert (20:19 in der 33. Minute), die ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr hergegeben wurde. Während der HVE offensiv ebenso erfolgreich blieb wie in der ersten Halbzeit, konnten die Gäste nicht mehr ganz mithalten und taten sich im Angriff zunehmend schwer. Dadurch konnte sich der HVE etwas absetzen, entscheidend abschütteln ließ sich die HSG jedoch nicht. Insgesamt war die Partie nach der Pause äußerst zerfahren. Dank insgesamt neun Zeitstrafen in Halbzeit zwei war fast durchgängig mindestens eines der beiden Teams nicht in Vollbesetzung auf der Platte. Der HVE ließ sich davon jedoch weniger beirren, beschäftigte sich weniger mit den Schiedsrichtern und dafür lieber mit gut ausgespielten Überzahlsituationen, wenn sich diese boten. Die Partie blieb zwar bis kurz vor Ende eng, näher als auf zwei Tore kam Siebengebirge aber nie heran. Der HVE wiederum setzte sich mit einem 4:0-Lauf von der 52. bis zur 58. Minute entscheidend ab. Die Gäste versuchten mit einer offenen Manndeckung am Ende zwar noch einmal alles, konnten den HVE jedoch nicht mehr in Bedrängnis bringen. Die Partie endete schließlich mit 36:31, der HVE konnte damit ein perfektes Wochenende abschließen und sich die dringend benötigten vier Punkte gegen direkte Tabellennachbarn sichern.